Ein erfüllter Traum – Interview mit Siyabend Özdemir

“Von Anfang an war ich zuversichtlich, dass sich hier etwas Grösseres aufbaut.”

Siyabend Özdemir hat vor rund sechs Monaten GenPPT herausgebracht. Eine Website, die mit Hilfe von KI eine PowerPoint erstellt. Sie verwendet die Eingabe des Benutzenden und formatiert das Wissen dazu in eine ansehnliche Präsentation. Mit nur achzehn Jahren hat er dieses Projekt gestartet und hat bis jetzt rund 15’000 Benutzende den Alltag vereinfacht. Nach seiner geschäflichen Reise nach New York, hat er sich Zeit genommen Quint ein paar Fragen zu beantworten:

Haben Sie Kindheitsträume, welche Sie sich erfüllen wollen oder bereits konnten?

„Ein Traum von mir war schon immer, meiner Familie eine bessere finanzielle Sicherheit zu ermöglichen. Ich bin im Dreirosenquartier aufgewachsen und habe schon immer gewisse Einschränkungen gespürt und mitbekommen. Meine Eltern können nicht perfekt Deutsch, was bei der Jobsuche ein Hindernis war. Und als mein Vater dann mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte, wurde ihm gekündigt. Das führte dazu, dass wir uns manche Dinge nicht leisten konnten, welche für andere Familien gerade hier in der Schweiz einfach erschwinglich waren. Trotzdem ging es mir nie schlecht, da sich meine Eltern liebevoll um mich gekümmert haben und ich finde, es ist an der Zeit, dass ich ihnen nun etwas zurückgebe.“

Was war Ihr Ziel, als Sie GenPPT kreiert haben?

„Eigentlich war es ziemlich simpel. Ich habe bei mir selbst erkannt, dass mich das Erstellen von Präsentationen in der Schule zu viel Zeit kostet und ich das optimieren möchte. Ich habe darauf geschlossen, dass andere mein Problem sicher teilen. Als ich dann recherchierte, fand ich keine gute Lösung und merkte, dass ich eine Marktlücke entdeckt habe. Aus diesem Gedanken heraus habe ich in vier Stunden den ersten Prototyp von GenPPT erstellt.“

Wie hat Ihr Interesse an einem solchen Projekt angefangen?

„Das Ganze begann, als ich mit sechs ein Tablet geschenkt bekommen habe. Es war ein Billiges, jedoch fing ich an, darauf zu gamen. Bald packte mich das Interesse, ein eigenes Spiel zu entwerfen, und mit elf habe ich dann angefangen zu programmieren. Während meiner Schulzeit hatte ich immer das Gefühl, dass es keine angenehmen Lernhilfen gibt. Deshalb habe ich versucht, eine App zu erstellen, die Wissen leicht und schnell zugänglich machen sollte. Dadurch bekam ich viel Übung fürs Programmieren, welches mir schlussendlich viele Türen öffnete. Vor allem auch für GenPPT.“

Gab es Punkte, an denen Sie Schwierigkeiten hatten oder sich sogar überlegt haben aufzugeben?

„Aufgeben eigentlich nie, da ich GenPPT sehr lange geheim hielt. Ich wollte auf keinen Fall, dass sich Leute einmischen oder mich entmutigen, denn diesen Fehler hatte ich bereits bei vorherigen Projekten gemacht. Und auf grosse Schwierigkeiten bin ich damit auch nicht gestossen. Von Anfang an war ich zuversichtlich, dass sich hier etwas Grösseres aufbaut. Für kurze Zeit überlegte ich mir jedoch, GenPPT zu verkaufen. Ich bekam ein Angebot und sah eine Chance, meinem Vater mit dem Geld ein Auto zu kaufen, welches er sich wünschte. Schnell merkte ich jedoch, dass es zu gut lief und ich noch nicht dazu bereit war, dieses Projekt abzutreten.“

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