Während des Schlafes…

Die geheimnisvolle Welt der Träume: Was in unserem Kopf passiert, wenn wir schlafen

Ein Traum ist in erster Linie ein psychologisches Erlebnis während des Schlafes, welches während des Erlebens als real empfunden wird. Man kann aus verschiedenen Perspektiven träumen, wie z.B. aus der 1. Person und die Geschehnisse dabei mit seinen eigenen Augen miterleben oder aus der 3. Person, bei der man sich selbst beobachtet.

Meistens werden Träume in der REM (Rapid eye movement) -Schlafphase erlebt. Sie handeln häufig von theoretisch unmöglichen oder unwahrscheinlichen Ereignissen. Sie können jedoch auch realen Abläufen entsprechen. Da Träume oft mit starkem emotionalem Erleben assoziiert sind, geraten kognitive Fähigkeiten und logisches Denken in den Hintergrund. Es können aber trotzdem Traumzustände erreicht werden, bei denen sich der Träumende seines träumenden Zustandes bewusst ist. Dies nennt man dann luzides träumen (lucid dreams). Träume können aber auch aufgrund ihres Realitätsgefühl Angst auslösen. Dies sind dann Albträume, welche man früher damit erklärte, dass eine Fee oder ein mystisches Wesen auf der Brust des Träumenden sitzt. Das Wort Albtraum entstand aus dieser Bedeutung, denn Alben sind Elfen aus der germanischen Mythologie.

Nicht nur Menschen können träumen. Säugetiere, Vögel und sogar Spinnen tun es. Eine Studie der Ruhr-Universität Bochum und des Max-Planck-Instituts für biologische Intelligenz hat die Gehirnprozesse von Tauben während des Schlafens untersucht und Ähnlichkeiten zu denen von Menschen gefunden. Bei der Beobachtung der Gehirnaktivitäten stellte man fest, dass hauptsächlich der Bereich tätig war, mit dem visuelle Reize verarbeitet werden. Darunter fällt auch die Analyse der Umgebung während des Flugs und die Aktivität in Hirnarealen, welche die Nervensignale des Körpers verarbeiten. Durch diese Indizien vermutet das Team der Ruhr-Universität, dass Tauben vom Fliegen träumen und ihre vorherigen Flugaktivitäten nacherleben.

Was wir träumen, kann stark beeinflusst werden. Äussere Reize können unmittelbar Einflüsse auf das Traumgeschehen haben. Geräusche von Autos, ausgesprochene Worte, Lichteffekte und das eigene körperliche Empfinden, wie Durst oder Hunger, können in den Traum eingearbeitet werden. Dies funktioniert auch andersherum: ein Traum kann körperliche Funktionen beeinflussen. Meistens sind Augenbewegungen, Herz- und Atemfrequenz davon betroffen.

Doch das grösste Rätsel des Träumens ist immer noch seine Bedeutung. Viele Forschende haben sich dieser Frage gewidmet, sind jedoch auf keine Einstimmigkeit gestossen. Laut Sigmund Freud sind Träume eine Widerspiegelung unserer Wünsche und unverarbeiteten Kindheitserlebnissen, aber auch verdrängte Triebe, welche z.B. nicht von der Gesellschaft akzeptiert werden. Carl Gustav Jung ist der Meinung, dass ein Traum eine eigene Bildersprache besitzt, welche interpretiert werden könnte. Dabei stehen gewisse Symbole für Kultur unabhängige Bedeutungen, wie persönliche Unsicherheiten.

Aktuelle Artikel

...
Mehr Artikel
laden