Wem gehört Pingus Heimat? Bild: Pixabay

Wem gehört die Antarktis?

Abgekühlter Konflikt in der Antarktis

Die Antarktis gilt – für Menschen zumindest – als der unbewohnbare Kontinent. Dennoch kann nicht gesagt werden, dass sich dort keine
Menschen aufhalten. Im Laufe der Zeit wurden immer wieder Gebietsansprüche von verschiedenen Staaten erhoben. Als ein Vertrag in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die grössten Konflikte dank Forschung und Kooperation löste, wurde Antarktika zu einem friedlichen Kontinent, bewohnt von Pinguinen und dem gelegentlich sichtbaren Menschen.

Zur Frage, wie viele Staaten es auf unserer Erde gibt, kann man sich lange streiten. Auch wenn man mit Hilfe des Internets Recherche zum Thema betreibt, findet man schnell heraus, dass sich die Quellen uneinig sind. Die Allgemeinheit richtet sich an die von den UN anerkannten Staaten; 194 an der Zahl. Probleme zur Erstellung dieser Listen bereiten unter anderem Abchasien (Region Georgien), der Kosovo, die Cookinseln, Palästina und nicht zuletzt die Antarktis. Obwohl die extrem tiefen Temperaturen Antarktika zum trockensten und kältesten Kontinent machen, gibt es zahlreiche Staaten, die Territorialansprüche auf das ewige Eis erheben. Bis 1946 erhoben sieben Länder Gebietsanspruch auf die Antarktis, wobei Australien das umfangreichste Gebiet wollte.

“Grundsätzlich kann sich jede Gebietseinheit als Staat
proklamieren. Fraglich ist nur, ob sie als Staat offiziell anerkannt, akzeptiert und ernst genommen wird oder nicht.”

Im Jahre 1947 entschied sich der damalige US-Präsident, Richard Byrd, Flaggen aller UN-Staaten über der Antarktis abzuwerfen, was zu einer Bewegung führte, in der Forscher aus der ganzen Welt in 40 Stationen systematische Forschung betreiben konnten. In den folgenden 14 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit entstand der sogenannte Antarktisvertrag. Dieser besagt, dass die Antarktis von nun an zu ausschliesslich friedlichen Zwecken mit Fokus auf Forschung genutzt werden darf. Die Bedeutung dieses Vertrages war insofern gross, da er als der erste Vertrag nach dem Zweiten Weltkrieg gilt. Diese internationale Übereinkunft setzt es sich noch bis heute zum Ziel, das ökologische Gleichgewicht in der Antarktis aufrecht zu erhalten. Infolgedessen ist es untersagt, unterhalb des 60. südlichen Breitengrades Militäroperationen oder -übungen durchzuführen, geschweige denn nach Bodenschätzen zu graben. Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Verträge abgeschlossen, um Fauna sowie Flora, marin und terrestrisch, zu schützen und zu wahren. Somit werden Pinguine, solange es den Antarktisvertrag gibt, nicht durch Menschenhand ausgerottet – eine ausnahmsweise gute Nachricht, welche das Thema der Beziehung zwischen Mensch und Natur betrifft.

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